| Fortbildungen mit Hirn - Konzept und Philosophie |
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Sehr geehrte Damen und Herren, "Fortbildungen mit Hirn" richten sich an Menschen, die Verantwortung für andere Menschen tragen und an alle Neurgierigen und Wissbegierigen, die die praktischen Implikationen des neurowissenschaftlichen Erkenntnisfortschritts der letzten Jahre erstmals - oder aus einer anderen Perspektive neu - kennen lernen und für sich nutzen wollen: für die Führungspraxis, als Trainer und Berater oder für eigene Erkenntnis- und Entwicklungsprozesse und zur Reflexion des Selbstverständnisses in einer zunehmend vielschichtigen Umwelt.
Was Sie nicht erwarten dürfen Wer das "3-Schritte-Programm zur Aktivierung des Mitarbeiter-Motivationszentrums" oder eine Anleitung zum Drücken des "Kauf-Knopfes im Kundenhirn" sucht, sei auf die zahlreichen ähnlich lautenden Angebote auf dem derzeit boomenden "Neuro-Markt" oder ersatzweise auf die sehr schön gestaltete Webseite www.maerchen.com verwiesen. Auch werden Sie hier nicht erfahren, was "DIE Neurowissenschaft sagt" (kann denn ein Abstraktum sprechen?) oder was angeblich "wissenschaftlich bewiesen" sei (etwa, dass wir nur andauernd positiv zu denken bräuchten und damit alles erreichen könnten). Eine solche Vereinnahmung wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit für das eigene Produkt oder die eigene Lehrmeinung mag in der Zahnbürstenwerbung oder im Verkauf von Erfolgsrezepten verfangen, in einer um praxistaugliche Lösungsansätze bemühten Auseinandersetzung mit Wissenschaft findet sie allenfalls im Modus des humoristischen Zitats ihren Platz. Denn der Diskurs der Forscher und Disziplinen ist gerade in den Neurowissenschaften mit ihren geschätzten 100.000 Publikationen pro Jahr (1) hochgradig kontrovers und eben nicht immer auf eine eindeutige Formel zu bringen.
Was Sie erwarten können
Was Sie erwarten können ist eine Vielzahl von interessanten, augenöffnenden empirischen Befunden und überraschenden Zusammenhängen, die wir in der gemeinsmen Diskussion reflektieren und - mit dem Wissen um die Vorläufigkeit jeder Lösung - auf Ihre eigenen praktischen Anwendungsfelder beziehen. So nutzen wir - wie ich meine - das größte Potenzial, das die Auseinandersetzung mit den Neurowissenschaften für uns Praktiker birgt: die Einladung, freudig und auf guter empirischer Grundlage Abschied zu nehmen von jener Simplifizierung der Welt auf Powerpoint-Format und der Reduktion von Handlungskompetenz auf einfache "Tools" und kurzfristig wirksame Rezepte, von einer Denkweise also, die uns wohl - neben anderen Einflussfaktoren - am gründlichsten in die derzeitige strukturelle Krisensituation geführt hat. Denn so einfach und mechanistisch wie wir uns das oftmals wünschen würden funktionieren eben weder Gehirne noch unsere komplexen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Systeme - nicht einmal theoretisch und schon gar nicht in der Praxis!
Was die Neurowissenschaften uns Praktikern zu bieten haben Was uns die Neurowissenschaften uns Praktikern zu bieten haben, ist die Anregung zu einem neuen, komplexitäts- und ambiguitätstoleranten Denken und Handeln, das einen systemischen und individuell-flexiblen Zugang zu den vielgestaltigen Herausforderungen unserer Arbeits- und Lebenswelten ermöglicht - und das damit gerade für unsere tägliche, nicht-triviale Praxis die derzeit angemessensten handlungsleitenden Modelle hervorbringt. Einige Nutzensapekte möchte ich hier gesondert hervorheben:
Viel Freude und Erfolg dabei wünscht Ihnen
Franz Hütter
(1) Elger, Christian E.; Schwarz, Friedhelm (2009): Neurofinance. Wie Vertrauen, Angst und Gier Entscheidungen treffen. 1. Aufl. Freiburg: Haufe, S. 27. |

Fortbildungen mit Hirn 


Entwicklung und Training: Franz Hütter, M.A.






