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Sonntag, 5. September 2010
 
 
Fortbildungen mit Hirn - Konzept und Philosophie Drucken E-Mail

Franz HütterFortbildungen mit HirnEntwicklung und Training: Franz Hütter, M.A.

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Sehr geehrte Damen und Herren,

"Fortbildungen mit Hirn" richten sich an Menschen, die Verantwortung für andere Menschen tragen und an alle Neurgierigen und Wissbegierigen, die die praktischen Implikationen des neurowissenschaftlichen Erkenntnisfortschritts der letzten Jahre erstmals - oder aus einer anderen Perspektive neu - kennen lernen und für sich nutzen wollen: für die Führungspraxis, als Trainer und Berater oder für eigene Erkenntnis- und Entwicklungsprozesse und zur Reflexion des Selbstverständnisses in einer zunehmend vielschichtigen Umwelt.

Die Veranstaltungen vereinen einen hohen Unterhaltungswert und didaktisch optimierte Anschaulichkeit mit einer dem Gegenstand angemessenen Komplexität. Neurowissenschaftliche Vorkenntnisse brauchen Sie nicht mitzubringen.

  • In den Vorträgen (1 Stunde Vortrag, 1 Stunde Diskussion) können Sie sich einfach inspirieren lassen und den "Fortbildungen mit Hirn"-Ansatz in Aktion erleben- eine gute Möglichkeit zum persönlichen Kennenlernen. [zu den Vorträgen]
  • In den Workshops (ab 1/2 Tag) arbeiten wir - nach einer gründlichen Auftragsklärung und Zieldefinition - anhand von einschlägigen neurowissenschaftlichen Studien, die ich im Vorfeld für Sie aufbereite, an einem konkreten Anliegen in Ihrem Unternehmen oder für Ihre Trainings- und Beratungspraxis. [zu den Workshops und Seminaren]
  • Die Seminare (je nach Anliegen 3 bis 18 Tage) haben den Anspruch, Sie auf den selbständigen Umgang mit neurowissenschaftlichen Studien vorzubereiten, zum Beispiel, um als Trainer in der Personalentwicklung oder als Coach praxisrelevante Forschungsergebnisse im Internet selbst zu recherchieren und diese kompetent in Seminarunterlagen, Beratungs-Konzepte etc. zu integrieren. Hierzu erwerben Sie in einem propädeutischen Teil Grundlagenwissen in funktioneller Neuroanatomie, molekularer Neurobiologie und anderen für das Verständnis der Quellen unabdingbaren Wissensgebieten. Außerdem erhalten Sie einen Überblick über relevante Informationsquellen in der Literatur und im Internet (Science, Nature, Lancet, Medline-Datenbanken etc.). Im Praxisteil erarbeiten Sie auf dieser Grundlage die für Ihr Fachgebiet wichtigen und nützlichen Inhalte anhand von einschlägigen Studien. Da wir überwiegend an Primärtexten arbeiten, sind gute Englischkenntnisse und das Interesse am Erschließen naturwissenschaftlicher Zusammenhänge von großem Vorteil. Je nach erforderlicher Wissenstiefe kann zwischen dem propädeutischen Teil und dem Praxisteil eine mehrwöchige Selbstlernphase liegen, die ich gerne durch Telefon-Coaching begleite. [zu den Workshops und Seminaren]

Was Sie nicht erwarten dürfen

Wer das "3-Schritte-Programm zur Aktivierung des Mitarbeiter-Motivationszentrums" oder  eine Anleitung zum Drücken des "Kauf-Knopfes im Kundenhirn" sucht, sei auf die zahlreichen ähnlich lautenden Angebote auf dem derzeit boomenden "Neuro-Markt" oder ersatzweise auf die sehr schön gestaltete Webseite www.maerchen.com verwiesen. Auch werden Sie hier nicht erfahren, was "DIE Neurowissenschaft sagt" (kann denn ein Abstraktum sprechen?) oder was angeblich "wissenschaftlich bewiesen" sei (etwa, dass wir nur andauernd positiv zu denken bräuchten und damit alles erreichen könnten). Eine solche Vereinnahmung wissenschaftlicher Glaubwürdigkeit für das eigene Produkt oder die eigene Lehrmeinung mag in der Zahnbürstenwerbung oder im Verkauf von Erfolgsrezepten verfangen, in einer um praxistaugliche Lösungsansätze bemühten Auseinandersetzung mit Wissenschaft findet sie allenfalls im Modus des humoristischen Zitats ihren Platz. Denn der Diskurs der Forscher und Disziplinen ist gerade in den Neurowissenschaften mit ihren geschätzten 100.000 Publikationen pro Jahr (1) hochgradig kontrovers und eben nicht immer auf eine eindeutige Formel zu bringen.

Was Sie erwarten können

Was Sie erwarten können ist eine Vielzahl von interessanten, augenöffnenden empirischen Befunden und überraschenden Zusammenhängen, die wir in der gemeinsmen Diskussion reflektieren und - mit dem Wissen um die Vorläufigkeit jeder Lösung - auf Ihre eigenen praktischen Anwendungsfelder beziehen. So nutzen wir - wie ich meine - das größte Potenzial, das die Auseinandersetzung mit den Neurowissenschaften für uns Praktiker birgt: die Einladung, freudig und auf guter empirischer Grundlage Abschied zu nehmen von jener Simplifizierung der Welt auf Powerpoint-Format und der Reduktion von Handlungskompetenz auf einfache "Tools" und kurzfristig wirksame Rezepte, von einer Denkweise also, die uns wohl - neben anderen Einflussfaktoren - am gründlichsten in die derzeitige strukturelle Krisensituation geführt hat. Denn so einfach und mechanistisch wie wir uns das oftmals wünschen würden funktionieren eben weder Gehirne noch unsere komplexen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Systeme - nicht einmal theoretisch und schon gar nicht in der Praxis!

Was die Neurowissenschaften uns Praktikern zu bieten haben

Was uns die Neurowissenschaften uns Praktikern zu bieten haben, ist die Anregung zu einem neuen,  komplexitäts- und ambiguitätstoleranten Denken und Handeln, das einen systemischen und individuell-flexiblen Zugang zu den vielgestaltigen Herausforderungen unserer Arbeits- und Lebenswelten ermöglicht - und das damit gerade für unsere tägliche, nicht-triviale Praxis die derzeit angemessensten handlungsleitenden Modelle hervorbringt. Einige Nutzensapekte möchte ich hier gesondert hervorheben:

  • Reflexion und Validierung von Führungs-, Personalentwicklungs- und Beratungskonzepten vor dem Hintergund aktueller neurowissenschaftlicher Erkenntnisse über Motivation, Lernen, Kommunikation, Veränderungsprozesse und andere hochgradig praxirelevante Themen.
  • Inhaltliche Bereicherung von Trainings und Plausibilisierung von Inhalten und Methoden für kritisch-anspruchsvolles Zielpublikum.
  • Bessere Marktpositionierung durch ein gelebtes Bekenntnis zu einer evidenzbasierten und gut begründeten Vorgehensweise in der Praxis der beratenden Berufe.
  • Interdisziplinäre Dialogfähigkeit und aktive Teilhabe an der Weiterentwicklung von Theorie und Methodik des eigenen Spezialgebiets im Austausch mit anderen praktischen und akademischen Disziplinen.

Viel Freude und Erfolg dabei wünscht Ihnen

Franz Hütter


(1) Elger, Christian E.; Schwarz, Friedhelm (2009): Neurofinance. Wie Vertrauen, Angst und Gier Entscheidungen treffen. 1. Aufl. Freiburg: Haufe, S. 27.


 
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